Krankheiten durch Mücken: Vorwiegend ein Problem auf Reisen?

Vor allem tropische Mücken übertragen verschiedene, manchmal auch lebensbedrohliche Krankheiten wie Malaria, Dengue-Fieber oder West-Nil-Fieber. In jüngster Zeit ist das Zika-Virus in den Fokus der Berichterstattung geraten, da es sich immer weiter ausbreitet und bei infizierten Schwangeren zu Hirnfehlbildungen beim Ungeborenen führen kann. Vor allem vor einer Reise sollte man sich daher gründlich über Krankheiten informieren, die durch Mücken übertragen werden. Wie sieht die Prävention aus?

 

Vorsicht Mückenstich: Nur die Weibchen übertragen Krankheiten

Blutsauger sind nur die Mückenweibchen, sie benötigen das Eisen und Eiweiße aus unserem Blut für die Entwicklung ihrer Nachkommen. Dafür brauchen sie nur einen winzigen Bruchteil von einem Milliliter Blut, um die nächste Generation in die Welt zu setzen. Durch das Saugen mit dem Stechrüssel einer infizierten Mücke, gelangen Krankheitserreger wie Viren, Bakterien oder Parasiten in den menschlichen Blutkreislauf. Werden diese nicht durch das Immunsystem abgewehrt, können Krankheiten durch Mücken ausbrechen.

 

Zika-Virus: Krankheit durch Mücken auf dem Vormarsch

Seit 2015 breitet sich das Zika-Virus immer weiter aus. Bisher ist es in Brasilien, weiten Teilen Süd- und Mittelamerikas, USA (Florida und Texas), der Karibik, Teilen Südost-Asiens (Thailand, Vietnam, Philippinen) und auch im tropischen Afrika zu Zika-Virus-Infektionen gekommen. Die Infektion, die vor allem durch Gelbfiebermücken (Aedes aegypti) übertragen wird, verläuft recht mild, manchmal auch unbemerkt. Zeigen sich Symptome, kommt es zu einem allgemeinen Krankheitsgefühl mit Fieber, Gelenkschmerzen, Bindehautentzündung und Hautausschlag. Die Krankheit ist nach etwa einer Woche überstanden. Die größere Gefahr geht von einer Infektion in der Schwangerschaft (insbesondere im ersten Schwangerschaftsdrittel) aus. Beim Fötus können eine Mikrozephalie oder andere Fehlbildungen des Gehirns die Folge sein. Die betroffenen Kinder kommen mit einem besonders kleinen Kopf zur Welt und können eine geistige Behinderung oder andere neurologische Störungen davontragen.

Neben der Gelbfiebermücke stehen auch andere Mückenarten im Verdacht, das Zika-Virus zu übertragen. So ist es möglich, dass beispielsweise die asiatische Tigermücke (Aedes albopictus) ebenfalls Überträger des Virus sein kann. Schutz vor der asiatischen Tigermücke  bieten vor allem das Tragen von langer und heller Kleidung aus Leinen sowie ein geeignetes Mückenschutzmittel (Repellent). Dieses wird auf die Haut aufgesprüht oder eingerieben und hält Mücken mehrere Stunden vom Stechen ab.

 

Typische Krankheiten, die durch Mücken übertragen werden

Krankheiten, die durch Mücken übertragen werden, gibt es viele. Die bekannteste darunter ist die Tropenkrankheit Malaria, die durch Anopheles-Mücken übertragen und von Plasmodien (Parasiten) ausgelöst wird. Weltweit leben 40 Prozent der Bevölkerung in Malaria-Gebieten. Jährlich sind über 300 Millionen akute Infektionen zu verzeichnen, darunter verlaufen etwa eine Million tödlich. In Deutschland werden mehr als 500 Fälle gemeldet, die vorwiegend durch Aufenthalte in verschiedenen afrikanischen Ländern oder aus Indien importiert werden. Die Symptome der Malaria sind äußerst vielfältig. Vorrangig kommt es zu Fieberschüben. Darüber hinaus kann es zu Kopf- und Gliederschmerzen, Schüttelfrost, Schweißausbrüchen, Schwindel, beschleunigtem Herzschlag, Durchfällen oder Husten kommen. Um sich vor einer Infektion zu schützen, sollte man sich vor einer Reise gut über Möglichkeiten zur Malaria-Prophylaxe informieren.

Weitere Krankheiten, die durch Mücken übertragen werden:

·       Pappataci-Fieber (grippeähnliche Erkrankung)

·       Leishmaniose (führt zu Hautgeschwüren oder schweren Organschäden

·       West-Nil-Fieber

·       Dengue-Fieber

·       Chikungunya-Fieber

 

Tipps zur Abwehr von Mückenstichen

Damit Mücken den Menschen aufspüren, nutzen sie alle Sinne: Sehen, riechen und schmecken. Wer diesem Spürsinn nicht schutzlos ausgeliefert sein will, kann sich schützen. Durch geeignete Schutzmaßnahmen lässt sich auch das Risiko vor Krankheiten, die durch Mücken übertragen werden, senken:

·       Tragen Sie helle, lange Kleidung, die Beine und Arme vollständig bedecken. Geeignet ist ein dickerer Stoff aus Leinen, durch den der Mückenrüssel nicht hindurch gelangt

·       Nutzen Sie Mittel (Repellents) zum Einreiben oder Sprühen auf die Haut. Tragen Sie das Mittel möglichst flächendeckend auf. Geeignete Wirkstoffe sind Icaridin oder DEET

·       Hängen Sie ein Moskitonetz über dem Bett auf (es gibt spezielle Reisevarianten, die sich im Gepäck gut verstauen lassen)

·       Die Kleidung, die Schuhe und das Mückennetz können zusätzlich mit Insektenmittel imprägniert werden

·       Meiden Sie Spaziergänge in den Abendstunden in der Nähe von stillen Gewässern. Ab der Dämmerung sind die Mücken bevorzugt aktiv.

 

Tropenkrankheiten bald auch in Deutschland?

Auszuschließen ist das Szenario nicht, dass Krankheiten durch Mücken auch hierzulande auftreten. Wärmere Wintertemperaturen und der Klimawandel sorgen für einen erweiterten Lebensraum der Mücken. Sie können somit auch in Deutschland überleben. Allerdings müssen mehrere Voraussetzungen erfüllt sein, damit Krankheiten durch Mücken möglich sind:

·       Die Mücke muss biologisch so ausgestattet sein, dass sie in der Lage ist, den Erreger am Leben zu erhalten und zu übertragen

·       Eine Mücke muss zuvor von einem erkrankten Menschen (Reiserückkehrer) Blut aufgenommen haben, um durch einen erneuten Stich die Krankheit weiterzugeben

·       Die infizierte Mücke muss als Überträger lang genug überleben. Dafür sind lange Zeiträume nötig, die warm genug sind, damit die Mücke aktiv ist.