Sehnenentzündung: Starke Schmerzen in der Hand

Immer gleiche, sich wiederholende Bewegungen können zu einer Sehnenscheidenentzündung (Tendovaginitis) führen. Wie der Name schon sagt, wird damit eine Entzündung von Sehnenscheiden bezeichnet, die mit ziehenden und stechenden Schmerzen einhergehen kann. Eine Sehnenentzündung ist grundsätzlich überall möglich wo Sehnenscheiden sind. Besonders häufig betroffen ist die Hand.

 

Ursachen und Symptome bei einer Sehnenentzündung in der Hand

Sehnen sind ein Verbindungsstück zwischen Knochen und Muskeln. Dort wo Sehnen stark beansprucht werden, sind sie durch Sehnenscheiden zusätzlich geschützt. Sie umhüllen die Sehnen und enthalten Gelenkschmiere (Synovialflüssigkeit). Dadurch können die Sehnen gut hin und her gleiten, auch bei hoher Beanspruchung. Bei einer Überbelastung des Gelenks reibt die Sehne jedoch ständig an der Sehnenscheide und kann sich entzünden.

Die Folge sind zum Teil starke Sehnenschmerzen . Mit der Zeit können sie auch auf andere Körperteile ausstrahlen. Beispielsweise können sich Schmerzen bei einer Sehnenentzündung im Handgelenk auf den ganzen Arm ausbreiten.

 

Was ist ein Schnappfinger?

Betrifft die Sehnenentzündung die Beugesehne des Fingers, kommt es zu einem sogenannten Schnappfinger oder auch schnellenden Finger (medizinisch: Tendovaginitis stenosans). Ein schnellender Finger entsteht durch eine Verdickung der Beugesehnen. Normalerweise gleiten die Sehnen, die an den Fingern verlaufen, reibungslos durch enge Kanäle, die Sehnenscheiden. Stabilisiert werden sie durch straffe Ringbänder. Bei einer Verdickung (wie das beispielsweise bei einer Sehnenscheidenentzündung der Fall ist) kann die Verengung nur unter starker Kraftaufwendung überwunden werden. Durch die ruckartige Bewegung schnalzt der Finger plötzlich nach vorne oder hinten. Manchmal ist das Öffnen beim Schnappfinger nur durch die Zuhilfenahme der anderen Hand möglich.

 

Ist die Erkrankung nur leicht ausgeprägt, kann eine Schonung des entsprechenden Fingers, bereits ausreichen. Ansonsten verabreicht der Arzt Kortison-Spritzen, um die Entzündung zu hemmen. Hilft das nicht, ist eine Operation unausweichlich. Bei dieser Behandlung durchtrennt der Arzt die Stelle, an der die Sehnenscheide am stärksten verengt ist. Auf diese Weise wird die Sehnenscheide ausgeweitet und die Sehnen können wieder ungehindert hindurchgleiten.

 

Sehnenentzündung im Handgelenk durch Überbelastung

Besonders anfällig für Entzündungen sind die Sehnenscheiden am Übergang zwischen Hand und Arm. Beansprucht wird dieser Bereich vor allem bei Sportarten wie Rudern, Klettern und Tischtennis oder beim Gitarre spielen. Eine Über- oder Fehlbelastung ruft daraufhin Schmerzen hervor, wenn der Betroffene das Gelenk nach oben Richtung Unterarm bewegt. Zusätzlich kann die betroffene Stelle leicht anschwellen. Ein weiteres Indiz für eine Sehnenentzündung in der Hand ist ein Knirschen bei Bewegungen.

Unterschied: Sehnenscheidenentzündung und Karpaltunnelsyndrom:

Beim Karpaltunnelsyndrom handelt es sich um eine Schädigung des Medianusvervs (Handgelenk), die aus einer Verengung im Karpaltunnel resultiert. Eine Sehnenscheidenentzündung tritt hingegen auf, wenn sich Sehnenscheiden durch eine Überbelastung entzünden. Da sich die Symptome beider Erkrankungen teilweise ähneln, ist eine Diagnose nicht immer eindeutig. Eine Röntgenaufnahme oder die die Entzündungsparameter im Blut können Gewissheit geben.

Die „Maushand“: Nützliche Tipps zur Vorbeugung

Zu viel Arbeit vor dem Computer kann das Handgelenk stark beanspruchen. Durch das permanente Hin- und Herschieben der Maus und das häufige Klicken werden Muskeln angespannt und die Bänder und Sehnen in Handgelenk und Arm verkrampft. Die Folge kann ein sogenannter Mausarm (Repetition Strain Injury-Syndrom, kurz RSI-Syndrom) sein.

Mausarm ist dabei jedoch kein klar abgegrenzter medizinischer Begriff, sondern eine Sammelbezeichnung für verschiedene Schmerzen in Muskeln, Sehnen und Nerven. Das Krankheitsbild der Sehnenentzündung in der Hand wird ebenfalls damit umfasst. Seit 2006 ist der Mausarm als Berufskrankheit anerkannt. Betroffene fühlen ein Kribbeln in den Fingern sowie Schmerzen in Hand, Arm sowie auch Schultern und Nacken.

Mit diesen Tipps können Sie eine solche Überlastung vorbeugen:

·       auf eine richtige Sitzposition und geeigneten Sitzstuhl achten,

·       die Handballen auf der Tastatur abstützen,

·       flache Tastaturen verwenden,

·       spezielle Mousepads mit Handauflage verwenden,

·       eine ergonomisch geformte Maus benutzen,

·       zwischendurch kurze Pausen einlegen,

·       und mehr mit Tastenkombinationen anstelle der Maus arbeiten.

Bei Schmerzen in der Computer-Hand helfen kleine Dehnübungen wie das Spreizen der Finger oder das Ballen zur Faust. Wer bereits unter starken Schmerzen in der Hand durch eine Sehnenentzündung leidet, sollte die Hand unbedingt ruhigstellen. Wärmekissen können die Muskeln entspannen und somit die Schmerzen lindern. Der Arzt kann bei einer Sehnenentzündung in der Hand außerdem schmerzlindernde Medikamente oder entzündungshemmende Salben verschreiben.