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Gicht oder auch Hyperurikämie genannt ist eine Stoffwechselerkrankung, bei der sich zu viel Harnsäure im Blut sammelt, so dass Ablagerungen aus dieser entstehen können.

Die Gichtanfälle äußern sich in sehr schmerzhaften Schüben die akut auftreten. Gicht gilt als eine Wohlstandserkrankung und findet sich auch in Verbindung mit Diabetes, Bluthochdruck, erhöhten Blutfettwerten, Übergewicht und Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Auch ein erhöhter Alkoholkonsum kann die Harnsäure-Konzentration im Blut ansteigen lassen und zu der Erkrankung führen.

Ohne geeignete Therapie können heftigste Schmerzattacken der Anfang sein. Dabei ist bei einem akuten Anfall meist der große Zeh betroffen.

Als Auslöser wird oft ein reichhaltiges Mahl oder vermehrter Alkoholkonsum diagnostiziert. Wird das Blut untersucht, so lässt sich ein erhöhter Harnsäurespiegel feststellen.

Was ist Gicht?

Sie wird durch einen Harnsäureüberschuss im Blut der Hyperurikämie ausgelöst. Die typischen Symptome zeigen sich allerdings erst, wenn sich aus der überschüssigen Harnsäure entstehenden harten Kristalle an den Gelenken abgesetzt haben.

Purine bilden sich im Körper selbst oder werden mit der Nahrung zugeführt. Gerade in tierischen Lebensmitteln wie Wurst, Fleisch, Innereien und Meeresfrüchten sind viele Purine enthalten, die der menschliche Körper zu Harnsäure abbaut, die über die Nieren ausgeschieden wird.

Steigt die Harnsäurekonzentration im Blut über 6,4 mg/dl so wird von einer Hyperurikämie gesprochen. Das heißt, es hat sich zuviel Harnsäure im Blut abgelagert. In Industrieländern ist etwa ein Fünftel der Bevölkerung davon betroffen. In den meisten Fällen verursacht der erhöhte Harnsäurespiegel aber keine Befindlichkeiten. In vielen Fällen aber kann die Gicht erblich bedingt sein.

Die Ablagerungen die sich aus den Harnsäurekristallen bilden, können sich an den Nieren und an den Gelenken ablagern. Die typischen Gichtknoten entstehen. Da die Ernährung bei Gicht eine große Rolle spielt, sollte der Verzehr von Fleisch, Innereien und Fisch nur in geringen Mengen und ihrer selten stattfinden, da diese viele Purine enthalten.

Die Ursachen von Gicht

Unter dem Begriff Gicht finden sich verschiedene Stoffwechselerkrankungen, die durch den erhöhten Harnsäurespiegel ausgelöst werden und auch verschiedene Folgeerkrankungen hervorrufen können:
• Sekundäre Hyperurikämie
• Akute Gicht
• Chronische Gicht
• Primäre Hyperurikämie
Die Harnsäure ist ein Endprodukt welches unser Körper beim Abbau von Purinen bildet. Im Zellstoffwechsel werden diese in Harnsäure umgewandelt.

Auch mit der Nahrung führt der Mensch Purine zu, die sich ebenfalls in Harnsäure verwandeln.

Im gesunden Körper finden sich 1 Gramm Harnsäuren.

Da der menschliche Körper die Harnsäure nicht weiter verwerten kann, wird sie über die Nieren ausgeschieden.

Im Normalfall besteht ein Gleichgewicht zwischen der Bildung und der Ausscheidung von Harnsäure. Wird aus den Nieren weniger Harnsäure ausgeschieden so ist dieses Gleichgewicht gestört und der Harnsäurespiegel erhöht sich.

In vielen Fällen ist Gicht eine erbliche Stoffwechselstörung, die man primäre Gicht nennt. In fast 100 % dieser Fälle ist die Ausscheidungsfunktion über die Nieren eingeschränkt.
Bei der sekundären Hyperurikämie können bestimmte Erkrankungen und auch Medikamente den Harnsäure-Spiegel erhöhen. Das kann bei Blutkrebs der Fall sein, bei Schuppenflechte, auch bei einer Chemotherapie sterben vermehrt Zellen ab, die einen höheren Puringehalt im Organismus hervorrufen. Diese Zellen werden als Harnsäure abgebaut.

Nierenerkrankungen die die Ausscheidung der Niere hemmen aber auch Diabetes, können zu einer Erhöhung der Harnsäure führen und damit Gicht auslösen.

Medikamente wie wassertreibende Arzneien, Mittel gegen TB oder Krebs, aber auch niedrig dosiertes Aspirin haben diese Wirkung. Nicht zu vergessen: exzessiver Alkoholkonsum.

Der erhöhte Harnsäure-Spiegel, wie er bei der primären oder sekundären Gicht vorkommt, ist verantwortlich für die Ablagerungen in den Gelenken und kann Gicht verursachen.
Die akute Gicht zeigt sich bei einer Erhöhung der Harnsäure-Werte. Auslöser können starker Alkoholkonsum oder ein zu hoher Fleischkonsum sein.
Bei der chronischen Gicht lagern sich jahrelang Harnsäurekristalle in den sogenannten Gichtknoten ab, die sich an Händen oder Füßen zeigen.

Erhöhte Risiken für Gicht

Bleibt ein Harnsäure-Spiegel über Jahre hinweg erhöht, so kann sich daraus eine akute oder auch chronische Gicht entwickeln.
Unter Risikofaktoren der primären Gicht fallen familiäre Vorbelastung, Übergewicht, purinreiche Ernährung, Alkoholmissbrauch und das Metabolische Syndrom (bei Diabetes).

Die Risikofaktoren bei der sekundären Gicht sind Blutkrebs und Anämie, Entwässerungsmittel oder eine klein dosierte Aspiringabe und auch ein zu hoher Alkoholkonsum.
Die akute Gicht zeigt sich bei einem jahrelang erhöhten Harnsäure-Spiegel. Vielfach wird dieser durch äußere Einflüsse ausgelöst, wie z.B. gehaltvolle Mahlzeiten mit viel Fisch, Innereien oder Fleisch, diätische Auslöser kann ein starker Gewichtsverlust, Fasten oder eine Nulldiät sein, wiederum ein starker Alkoholkonsum, körperliche Anstrengung, aber auch die Einnahme von Mitteln zur Gichttherapie gerade in den ersten Wochen.
Auch eine ungünstige genetische Veranlagung kann der Grund eines erhöhten Harnsäurespiegels und damit von Gicht sein.

Die Erkrankung steht oft im Zusammenhang mit einem ererbten Zustand die Harnsäure schlecht verarbeiten zu können. Falsche Ernährung und ungesunde Lebensgewohnheiten spielen eine große Rolle.

Gleichwohl ob eine genetische Vorbelastung besteht, kann man mit der richtigen Behandlung, einer gelenkschonenden Ernährung Besserung herbeiführen.

Wie kommt es zu einem Gichtanfall

Ein üppiges Mahl und dazu reichlich Alkohol kann bei Gefährdeten einen Gichtanfall auslösen. Aber auch Stoffwechselschwankungen wie sie sich bei strengen Diäten oder auch beim Diabetes zeigen, können Anfälle herbeiführen. Zudem kann körperlicher Stress, der sich durch Verletzungen, Infektionen oder ungewöhnliche Anstrengungen zeigt, auch einen Gichtanfall provozieren.

Wenn der erste Gichtanfall eintrifft, so zeigt er sich meistens am großen Zeh. Aber es können auch andere Gelenke betroffen sein, wie z.B. Sprung- und Kniegelenke, Mittelfußgelenke oder die Daumengrundgelenke. Heimtückischerweise kommt ein Gichtanfall ohne Vorwarnung bei einem gesunden Menschen.

Betroffene werden nachts oder in den Morgenstunden wach und von schwersten Schmerzattacken überfallen. Das Gelenk ist dann extrem berührungsempfindlich und in seiner Bewegung stark eingeschränkt, es ist geschwollen, gerötet und heiß. Vielfach kann der Anfall auch von Fieber begleitet werden. Der Zustand kann sich über mehrere Stunden oft sogar Tage hinziehen, sofern keine richtige Therapie angewandt wird.

Wird keine ärztliche Behandlung vorgenommen, wiederholen sich die Attacken und zwar in immer kürzeren Abständen. Halten länger an und können auf andere Gelenke übergreifen.
Behandelt man die Krankheit nicht, kann es zu chronischen Gelenkentzündungen und Deformierungen der Gelenke mit Knochenschäden kommen.

Es können Nierensteine bis hin zu Nierenschwäche oder einem Nierenversagen mit einer Gichtniere entstehen. Diese Form der chronischen Gicht beschert den Betroffenen anhaltende Schmerzen in den Gelenken und/oder Schwellungen. Mit den richtigen Medikamenten kann einem akuten Gichtanfall vorgebeugt werden. Auf lange Sicht kann auch eine gesunde Lebensweise die mit der richtigen Ernährung günstig forciert werden kann, Linderung bringen.

Das Umstellen auf purinarme Kost ist empfehlenswert. Außerdem sollte auf üppigste Mahlzeiten, aber auch Fasten und Durstphasen verzichtet werden. Spricht aus medizinischer Sicht nichts dagegen sollten am Tage mindestens zwei Liter Flüssigkeit getrunken werden.

Der Alkoholkonsum ist zu reduzieren oder ganz zu unterlassen. Ebenso hilft körperliche Bewegung, sie senkt den Harnsäurespiegel.

Purinarme Ernährung wird empfohlen. Unter dieser versteht man geringe Mengen an Schweinfleisch, viele Fischarten enthalten vermehrt Purine (wie zum Beispiel Sardinen, Forellen und Heringe). Empfehlenswert sind Aal und Scholle. Auch Hülsenfrüchte enthalten vielfach Purine. Gemüse ist besonders purinarm, auch Fette stellen kein Problem dar.

Wie häufig kommt Gicht vor

Gicht ist eine Volkskrankheit. Es sind 2,8 % der Männer und 0,4 % der Frauen in einem Alter von 30 bis 59 Jahren betroffen.

Die Erkrankung zählt mit 1,4 % zu den am meisten vorkommenden Gelenkentzündungen. Männer haben ein höheres Erkrankungsrisiko als Frauen. Bei Frauen wird ein hoher Östrogenspiegel für das niedrige Erkrankungsrisiko angenommen. Der Östrogenspiegel sorgt für eine vermehrte Ausscheidung der Harnsäure. Sinkt dieser nach den Wechseljahren, so erhöht sich auch das Risiko bei der Frau.

20 % der Deutschen leiden an überhöhten Harnsäurewerten. Doch ob die tatsächlich zu einem akuten Gichtanfall oder einer chronischen Gicht führen können, hängt letztendlich von der Ernährung ab.
Für Menschen mit dieser Stoffwechselerkrankung ist eine vegetarische Ernährung mit Sportaktivitäten die richtige Entscheidung. Kann der Gichtpatient nicht auf Fleisch, Fisch, Süßigkeiten oder Alkohol verzichten, so sollten diese Nahrungsmittel in Maßen gegessen werden. Denn mit bestimmten Ernährungsgrundregeln kann die Gefahr einen Gichtanfall zu erleiden, minimiert werden.