Die Folgen von Übergewicht und Fettleibigkeit

Zu viele Kalorien, zu wenig Bewegung: Immer mehr Menschen weltweit sind übergewichtig. Auch die Deutschen werden dicker. Über die Hälfte der Erwachsenen in Deutschland ist übergewichtig, fast ein Viertel ist sogar fettleibig. Für Betroffene bedeutet Fettleibigkeit nicht nur eine zum Teil stark eingeschränkte Lebensqualität und eine Stigmatisierung durch die Gesellschaft. Starkes Übergewicht kann auch ernste gesundheitsschädliche Folgen haben.

 

Ab wann spricht man von Fettleibigkeit?

Habe ich Normalgewicht? Oder bin ich schon übergewichtig, vielleicht sogar fettleibig? Die Weltgesundheitsorganisation WHO definiert Übergewicht für Erwachsene ab einem Body-Mass-Index (BMI) von 25 bis 29,9. Ab einem Körpermasseindex von 30 wird von Fettleibigkeit gesprochen. Fettleibigkeit oder auch Fettsucht (Adipositas) ist eine Ernährungs- und Stoffwechselerkrankung, bei der der Körper mehr Fett ansammelt als normal. Die Fettleibigkeit wird in drei Grade unterteilt:

  • BMI ab 30 = Adipositas, Grad I
  • BMI-Wert ab 35 = Adipositas Grad II
  • BMI-Wert ab 40 = extreme Adipositas Grad III

Der Body-Mass-Index (BMI):

Der BMI berechnet sich durch das Körpergewicht in Kilogramm geteilt durch Körpergröße in Metern zum Quadrat. Bei einer Körpergröße von 1,75cm und 70kg entspricht der BMI beispielsweise:

BMI = 70 / (1,75 * 1,75) = 22,86

Diese Folgen drohen bei Übergewicht

Nicht jedes Kilo zu viel auf der Waage bedeutet eine Gefahr für die Gesundheit. Aber wenn es viel zu viele Kilos sind, kann das dramatische Konsequenzen haben. Bei starkem Übergewicht treten häufig körperliche Beschwerden wie Kurzatmigkeit beim Treppensteigen, vermehrtes Schwitzen, Rückenschmerzen und Gelenkproblemen auf. Bluthochdruck durch Übergewicht  ist ebenfalls nicht ungewöhnlich, weil das Herz einen größeren Druck aufbauen muss, um das Blut durch das vergrößerte Gefäßsystem zu pumpen.

Eine erhöhte Wahrscheinlichkeit besteht unter anderem für folgende Krankheiten:

  • Sodbrennen
  • Krampfadern
  • Gallensteine
  • Gicht
  • Herz-Kreislauf-Erkrankungen
  • Schlafapnoe (gefährliche Atemaussetzungen während des Schlafs)

Da Fettleibige in der Gesellschaft zum Teil diskriminiert werden, fühlen sich viele stark Übergewichtige einsam und ausgeschlossen. Gerade für adipöse Kinder kann das Übergewicht eine psychische Störung zur Folge habe, wenn sie von Mitschülern gehänselt werden. Darunter leidet das Selbstwertgefühl.

 

Die Ursachen und Risikofaktoren von Fettleibigkeit

Übergewicht entsteht, wenn die über die Ernährung zugeführte Energie höher ist als die benötigte beziehungsweise verbrauchte Energie. Verantwortlich hierfür können etliche Faktoren sein.

  • Falsche Ernährung: zu viel fettreiches Essen, zuckerhaltige Speisen und Getränke, Fast Food
  • Bewegungsmangel: keine sportlichen Aktivitäten, sitzende Tätigkeiten
  • Erbanlagen: Auch die Veranlagung hat Auswirkungen auf das Gewicht. Gene können beispielsweise das Hungergefühl und den Stoffwechsel beeinflussen.
  • Psychische Belastungen: Stress, „Frustessen“
  • Medikamente: Gewichtszunahme als Nebenwirkung
  • Des Weiteren kann Übergewicht die Folge von anderen Krankheiten sein (sekundäre Adipositas), zum Beispiel bei einer Schilddrüsenunterfunktion, hormonellen Störungen oder bei Tumoren.

 

Behandlungsmöglichkeiten: Das können Sie selbst und der Arzt tun

Wer auf Dauer abnehmen möchte, sollte seine Ernährung umstellen. Vor allem fettarme und ballaststoffreiche Nahrung wie Obst, Gemüse und Vollkornprodukte können das Gewicht reduzieren. Darüber hinaus muss in vielen Fällen das Essverhalten geändert werden. Viele Fettleibige essen zu schnell. Beim langsamen und bedächtigen Essen tritt jedoch eher ein Hungergefühl ein, sodass nicht so viel Nahrung aufgenommen wird. Unterstütz werden kann das Abnehmen durch körperliche Aktivitäten, da Bewegung den Energieverbrauch des Körpers erhöht. Wenn das Übergewicht Folge einer psychischen Erkrankung ist, kann eine Psychotherapie unter Umständen sinnvoll sein.

Eine drastischere Maßnahme ist ein operativer Eingriff. Hilft keine Diät mehr beim Abnehmen, kann der Arzt in einigen Fällen eine Magenverkleinerung in Erwägung ziehen.